Ohrenschmalz, Zeruminalpfropf.
ICD -10 Code

H61.2
Definition

Das Ohrenschmalz (Zerumen) kann den Gehörgang völlig verlegen und eine vorübergehende Hörstörung verursachen.
Ursachen

Das Ohrenschmalz kann den Gehörgang verlegen und eine vorübergehende Hörstörung verursachen. Zum Zeruminalpfropf kommt es durch eine Schädigung des Selbstreinigungsmechanismus des Gehörganges oder Veränderungen der Zeruminalsekretion. Im Normalfall bindet das Zerumen, das eine keimabtötende Wirkung hat, die anfallenden Epithelreste (Epithel = Oberflächengewebe), Haare und Schmutzpartikel im Gehörgang und trägt diese nach außen. Durch eine Vielzahl äußerer Einflüsse, wie Reinigungsversuche mit Wattestäbchen, langes Baden oder Schwimmen, Insekten im Gehörgang oder Gegenstände, die sich Kleinkinder ins Ohr stecken, kann dieser Vorgang gestört werden.
Symptome

Zunächst entsteht ein dumpfes Gefühl im Ohr, da die Schallleitung zum Mittel- und Innenohr durch den Schmalzpfropf blockiert ist. Daraus resultiert die Schwerhörigkeit. In seltenen Fällen bilden sich Entzündungen aus, die mit Ohrenschmerzen einhergehen können. Teilweise können auch Schwindelgefühle und Tinnitus (Ohrgeräusche) hervorgerufen werden.
Diagnostik

Der Patient kann meist selbst die Diagnose stellen. Besonders nach längerem Aufenthalt im Wasser tritt das dumpfe Gefühl im Ohr auf. Falls der Arzt konsultiert wird, blickt dieser mit einem Ohrtrichter in den Gehörgang und sieht dort das aufgequollene gelb-braune Ohrenschmalz.
Auswirkungen

Durch Reinigungsversuche mit Wattestäbchen wird das Ohrenschmalz häufig tief in den Gehörgang geschoben. Auch das tägliche Auswischen des Gehörgangs führt dazu, dass das Ohrenschmalz zurückgedrängt wird. Diese Manipulationen reizen die empfindliche Haut im Gehörgang, lösen Juckreiz aus und können eine Entzündung provozieren. Die Hörleistung wird durch diese Manipulationen nicht verbessert.
Therapie

Verschwinden die Symptome nicht von selbst, sollten alle Versuche der Selbstbehandlung unterlassen werden. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt wird den Ohrenschmalzpfropfen mit warmem Wasser sanft aus dem Gehörgang spülen. Bei einem unlöslichen Pfropf muss der Arzt diesen mit einem stumpfen Haken oder einer Schlinge aus dem Gehörgang entfernen. Sollte ein Defekt des Trommelfells bestehen, so darf der Arzt die Ohrspülung nicht durchführen, da das Wasser in das Mittelohr gelangen und eine Entzündung verursachen könnte.
Prophylaxe

Die Bildung von Ohrenschmalz ist ein natürlicher Vorgang. Alle Versuche der mechanischen Reinigung unterbrechen diesen Prozess oder stören ihn empfindlich. Reinigungsversuche durch den Patienten sollten unterlassen werden.
Bemerkungen

Literatur:
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Hippokrates (1996); Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, de Gruyter (1996); Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Thieme (1990); Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Springer (1996); Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer (1993); Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Chapmann & Hall (1997).

ib;ml; aktualisiert: 04/2009